Judenfeindliche Reliefs auf dem Taufstein der evangelischen St. Georgskirche, Dortmund-Aplerbeck

Beschreibung

Der spätromanische Taufstein der heute evangelischen Georgskirche in Dortmund-Aplerbeck, um 1200 entstanden, gehört zu den frühesten Beispielen judenfeindlicher Bildsprache in der kirchlichen Kunst in NRW. Auf dem Taufstein sind fünf neutestamentliche Szenen angeordnet, die ausgehend von Jesu Geburt in zwei Richtungen erzählen: Links, der Abfolge im Matthäusevangelium folgend, die Heiligen Drei Könige und der Kindermord zu Bethlehem; rechts, als zentrale Punkte aus dem Leben Jesu, seine Taufe und seine Kreuzigung. Auffällig ist, dass mehrere Figuren des Reliefs mit sogenannten Judenhüten als jüdisch gekennzeichnet sind – ein Detail, das das vierte Laterankonzil von 1215 vorwegnimmt, auf dem Juden verpflichtet wurden, äußere Kennzeichen zu tragen. Die bildliche Markierung von Juden durch das Kleidungssymbol des Judenhuts war um 1200 in der Kunst bereits geläufig.

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