Zweck des Projektes spuren-sichtbar-machen.de ist die Dokumentation und Kontextualisierung judenfeindlicher Objekte. Über die Meldefunktion der Seite wurden wir auf entsprechende Darstellungen in der römisch-katholischen Kirche St. Dionysius in Thülen (Brilon) aufmerksam gemacht. Diese judenfeindlichen Objekte sind hier dokumentiert und kontextualisiert.
Bei der Sichtung der Objekte vor Ort ist uns zudem eine Spendendose vor der Krippe aufgefallen. Sie stellt einen Schwarzen Menschen dar, der in die Knie gegangen ist und die Hände geöffnet gegenüber der betrachtenden Person hält. Durch die Farbgebung der Lippen werden diese im Gesicht der Figur besonders hervorgehoben. In ihrer gesamten Erscheinung erinnert die Spendendose in St. Dionysius an Spendendosen im Missionsstil und reproduziert rassistische Stereotype.
Anlässlich der Interkulturellen Wochen 2024 lud die Diakonie Paderborn-Höxter e.V. Jugendliche und junge Menschen aus den Kreisen Paderborn und Höxter zu einer Gedenkstättenfahrt nach Bergen-Belsen ein.
Unter der Leitung von Herrn Dirk Damm von der Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit der Diakonie Paderborn-Höxter e.V. beginnt am Mittwoch, den 18. September um 18:00 Uhr im Rathaus „Zwischen den Städten“ in Warburg der Kurs „Ursprünge und Entwicklung judenfeindlicher Motive“.
Diese Zeitleiste zur Entwicklung der Judenfeindschaft deckt nur einen winzigen Teil der gewaltsamen Realität des historischen Antijudaismus und Antisemitismus ab. Sie ist daher bei weitem nicht vollständig. Sie gibt lediglich eigene Hinweise auf die lange, verzweigte und globale Geschichte und Gegenwart antijüdischer Gewalt.
Die Zeitleiste, entstanden im Rahmen eines Praktikums im Studiengang Soziale Arbeit, endete zunächst mit dem Niederschlagung des Nationalsozialismus und der Befreiung der Konzentrations- und Vernichtungslager 1945. Im April 2025 wurde die Zeitleiste umfassend überarbeitet und erweitert.
Zwar symbolisiert der genozidale Angriff der Hamas und anderer palästinensischer Terrororganisationen am 7. Oktober 2023 eine neue Qualität des Antisemitismus. Nichtsdestotrotz wird diese antisemitische Radikalisierung und andere jüngere Entwicklungen des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts hier nicht dokumentiert.
Da es sich bei spuren-sichtbar-machen um ein Projekt handelt, das die antijüdische Prägung christlicher Bildsprache im Fokus hat und das Nachleben des Antijudaismus durch Darstellungen in und an überwiegend kirchlichen Gebäuden dokumentiert, wurden nach 1945 lediglich einige Positionierungen seitens der katholischen und evangelischen Kirche hinzugefügt. Die jüngsten bisher dokumentierten Spuren sind auf die Jahre 1962 und 1963 datiert. Vor diesem Hintergrund endet die Zeitleiste im Jahr 1965.
Wie der 7. Oktober 2023 deutlich gezeigt hat, ist Antisemitismus kein Phänomen der Vergangenheit. Sollten Sie sich daher für eine Dokumentation aktueller Entwicklungen des Antisemitismus in Deutschland interessieren oder Ihnen selbst antisemitische Vorfälle bekannt sein, wenden Sie sich bitte an die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS). Der Bundesverband sowie die zahlreichen Landesverbände dokumentieren, erforschen und publizieren zu aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus.
664 antisemitische Vorfälle erfasste die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023. Das entspricht einer Steigerung von 152 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (264 Vorfälle). Durchschnittlich wurden 13 Vorfälle pro Woche registriert, im Jahr 2022 waren es noch fünf Vorfälle pro Woche. Insbesondere seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober zeigte sich der Antisemitismus enthemmter und beeinträchtigte zunehmend das alltägliche jüdische Leben.
Am 17.4.2024 trafen sich drei der vier Kooperationspartner des Projektes spuren-sichtbar-machen.de in den Räumen der Diakonie Paderborn-Höxter e.V. in Höxter. Das Projekt wird getragen von ADIRA (Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit der Jüdischen Gemeinde Dortmund), SABRA (Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf), RIAS NRW (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen) und der ada.kreis-höxter (Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit der Diakonie Paderborn-Höxter e.V.). Gemeinsam blickten die Teilnehmer des Treffens zurück auf das erste Jahr des Bestehens dieses Projekts, welches Beiträge zur Dokumentation und Kontextualisierung judenfeindlicher Objekte leistet.
Am 27. März 2024 jährt sich das Release von spuren-sichtbar-machen.de zum ersten Mal. Das ist ein guter Anlass zu einem Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate. Seit der Veröffentlichung der Seite wurde diese von mehr als dreitausend Personen aufgerufen. Damit ist spuren-sichtbar-machen.de mit Abstand das Projekt mit der größten Reichweite bei ada.kreis-höxter.
Das Projekt spuren-sichtbar-machen.de mit Beiträgen zur Dokumentation und Kontextualisierung judenfeindlicher Objekte ist seit März 2023 online. Begonnen hatte alles mit judenfeindlichen Inschriften auf zwei Kreuzwegstationen in Willebadessen. Über die Meldefunktion der Webseite sind uns seit der ersten Veröffentlichung mehr als hundert weitere Objekte gemeldet worden. Bei der Analyse der Meldungen zeigt sich, dass insbesondere Kreuzwegstationen sehr häufig judenfeindliche Botschaften transportieren. Ursache und immer wiederkehrendes Motiv ist hier die Gottesmordlegende. Noch 2012 ergab eine Umfrage, dass 14 Prozent der Deutschen glauben, dass Jüdinnen:Juden für den Tod Jesu verantwortlich sind. In den USA steigt diese Zahl sogar und lag 2016 bei 31 Prozent.1 Vor diesem Hintergrund ist es geboten, sich mit der Entstehung und Entwicklung dieser Legende genauer zu befassen. Der Ausdruck Gottesmord bezeichnet in der Kirchengeschichte eine angebliche unaufhebbare Kollektivschuld der Jüdinnen:Juden an der Kreuzigung des Jesus von Nazareth, der dabei als Sohn Gottes angesehen wird. Der Begriff entstand im Jahr 160 aus einer Aussage des Bischofs Melito von Sardes: „Gott ist ermordet worden.“2 Der Beginn dieser Legende liegt jedoch noch weiter zurück.
Kein Objekt im materiellen Sinn, aber dennoch eine Spur judenfeindlicher Einstellungen ist der in vielen Regionen weltweit gängige Brauch, zu Ostern eine Judaspuppe zu verbrennen. Dieser Brauch begegnet uns auch in Westfalen. In einer Broschüre für die SABRA (Antidiskriminierungsberatungstelle in Trägerschaft der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf) von 2021 konnten sieben bzw. fünfzehn Belegorte aus dem Landkreis Olpe bzw. dem Märkischen Kreis für das 21. Jahrhundert ausfindig gemacht werden. Vereinzelt findet sich der Brauch auch in anderen westfälischen Regionen. Dabei ist die Ausgestaltung immer dieselbe: Am Ostersonntag wird ein Scheiterhaufen aufgerichtet, auf dem eine Puppe oder ein Baumstamm angebracht und verbrannt werden. Diese Puppe oder dieser Stamm werden in der Regel, wenn auch nicht immer, mit Judas Iskariot identifiziert, dem biblischen Verräter Jesu. Der Brauch trägt den schlichten Titel „Osterfeuer“ oder im niederdeutschen Dialekt „Poskefuier“, in unterschiedlichen Schreibweisen. Allerdings wird längst nicht auf jedem Osterfeuer eine Judaspuppe verbrannt.
Wer bin ich und was macht mich aus? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der mobile Escape Room Fixing The Boat – Finding Identity. Die ada.kreis-höxter(Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit der Diakonie Paderborn-Höxter e.V.) holt ihn vom 16. – 31. Oktober nach Warburg.
Um ein optimales Erlebnis zu bieten, werden Technologien wie Cookies verwendet, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn Sie diesen Technologien zustimmen, können Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website und bei anderen Dienstleistern (wie z.B. Kartenanbietern) verarbeitet werden. Wenn Sie ihre Zustimmung nicht erteilen oder zurückziehen, können wichtige Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Präferenzen
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von nutzerspezifischen Voreinstellungen erforderlich, die nicht der funktionalen Kategorie angehören.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung ihres Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, Sie zu identifizieren.
Kartendienste
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Kartendienste zu nutzen wobei auch die eigene IP-Adresse übertragen wird. Für mehr Informationen siehe Datenschutzerklärung und Cookie-Richtlinie.