Judenfeindliche Passionsdarstellung, röm.-kath. Kirche St. Johannes Enthauptung, Warburg (Ossendorf)

Ein Gemälde zeigt zwei Männer, die einen Mann, der eine Dornenkrone und ein weißes Tuch trägt, an ein Holzkreuz nageln. Die Szene erinnert an eine biblische Kreuzigung, mit Blut an Händen und Füßen. ( )

Beschreibung

Die vier Evangelien nennen drei Gruppen, die in unterschiedlichem Maße an der Verhaftung, Verurteilung, Auslieferung und Kreuzigung Jesu beteiligt waren: die Römer als militärische Besatzungsmacht, der Sanhedrin als oberste religiöse Autorität des damaligen Judentums und die Anhänger der Sadduzäer in Jerusalem. Übereinstimmende Textstellen verdeutlichen, dass der römische Statthalter Pontius Pilatus und seine Soldaten für die Hinrichtung Jesu verantwortlich waren. Im Gegensatz dazu vermitteln die Kreuzwegstationen in der Kirche St. Johannes Enthauptung in Warburg (Ossendorf) den Mythos des Gottesmordes durch “die Juden”.

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Judenfeindliche Steinfiguren Ecclesia & Synagoga, röm.-kath. Kirche St. Lamberti, Münster

Steinmetzarbeiten von vier gewandeten Figuren, möglicherweise Heilige oder historische Persönlichkeiten, schmücken den verzierten Bogen über einer Holztür an einem Gebäude im gotischen Stil. Detaillierte Muster und Spitzbögen rahmen die Szene ein. ( )

Beschreibung

Das eher unauffällige und kleine Lambertiportal an der südlichen Chorseite der zwischen 1375 und 1525 erbauten röm.-kath. Kirche St. Lamberti in Münster zeigt zwei judenfeindliche Steinfiguren Ecclesia und Synagoga aus dem Jahr 1910, welche eine christliche Überlegenheitsphantasie ausdrücken.

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Judenfeindliche Prozessionsdarstellungen, röm.-kath. Kirche St. Peter und Paul, Gehrden

Luftaufnahme einer historischen Steinkirche mit einem hohen Glockenturm, umgeben von grünen Rasenflächen und Bäumen, mit einem Dorf und Feldern im Hintergrund. Die Kirche hat ein schräges Ziegeldach und Rundbogenfenster. ( )

Beschreibung

Das Todesurteil gegen Jesus von Nazareth wurde vom römischen Statthalter Pontius Pilatus verhängt und von römischen Soldaten vollstreckt. Dennoch finden sich in der christlichen Ikonografie häufig Darstellungen, die suggerieren, dass die Juden im Hintergrund als treibende Kraft agierten. Dies stellt eine Form der Gottesmordlegende dar, die oft in Kreuzwegdarstellungen reproduziert wird. Ein Beispiel hierfür sind die Kreuzwegstationen in der römisch-katholischen Kirche St. Peter und Paul in Gehrden.

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Judenfeindliche Prozessionsdarstellungen, röm.-kath. Kirche St. Katharina, Warburg (Dössel)

Zwei ältere Männer in Gewändern und mit Kopfbedeckung betrachten ein großes Holzbrett, wobei der eine gestikuliert, als würde er etwas erklären. Im Hintergrund ist ein bewölkter Himmel zu sehen, der an eine historische oder biblische Szene erinnert. ( )

Beschreibung

Die vier Evangelien identifizieren drei Gruppen, die in unterschiedlichem Maß an der Verhaftung, Verurteilung, Auslieferung und Kreuzigung Jesu beteiligt waren: die Römer als militärische Besatzungsmacht, der Sanhedrin als oberste religiöse Autorität des damaligen Judentums und die Anhänger der Sadduzäer in Jerusalem. Die übereinstimmenden Textstellen machen deutlich, dass der römische Statthalter Pontius Pilatus und seine Soldaten für die Hinrichtung Jesu verantwortlich waren. Im Gegensatz dazu stellen die Kreuzwegstationen in der Kirche St. Katharina in Warburg (Dössel) den Mythos des Gottesmordes durch “die” Juden dar.

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Judenfeindliche Kirchenfenster Ecclesia & Synagoga, röm.-kath. Kirche St. Johannes, Coesfeld-Lette

Luftaufnahme einer großen Steinkirche mit einem hohen zentralen Turm, umgeben von Wohnhäusern, grünen Bäumen und Straßen in einem Vorort. ( )

Beschreibung

Zwei Kirchenfenster in der 1914 geweihten röm.-kath. Kirche St. Johannes in Lette (Coesfeld) sind eindeutig als judenfeindliche Darstellungen christlicher Theologie zu identifizieren: Ecclesia und Synagoga, zwei allegorische Figuren, welche eine christliche Überlegenheit gegenüber dem Judentum kennzeichnen sollen. Eine Überlegenheitsphantasie, die sich schon bei Tertullian nachweisen lässt.

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Judenfeindliche Prozessionsdarstellungen, Kapelle Forum Misericordia in Paderborn (Marienloh)

Beschreibung

Die inzwischen abgehängten Kreuzwegbilder des Malers Wilhelm Sommer in der römisch-katholischen Kirche St. Georg waren leider nicht die einzigen antisemitischen Werke dieses Urhebers, die in Paderborn existieren. In einer Privatkapelle im Ortsteil Marienloh finden sich sehr ähnliche Objekte aus dem Jahr 1926. Die hier besprochenen Werke gehören zur Privatsammlung Ochsenfarth1 und können auf deren Internetseite eingesehen werden.

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Reproduktion judenfeindlicher Mythen in Kreuzwegreliefs, St. Kilian, Büren (Brenken)

Nahaufnahme eines Steinreliefs mit drei menschlichen Figuren, zwei im Hintergrund mit ausdrucksstarken Gesichtern und einer unscharfen Figur im Vordergrund, die alle sehr detailliert geschnitzt sind. ( )

Beschreibung

Das Todesurteil gegen Jesus von Nazareth wurde vom römischen Statthalter Pontius Pilatus gefällt und von römischen Soldaten ausgeführt. Gleichzeitig finden sich in der christlichen Ikonografie immer wieder Botschaften, dass Juden als treibende Kraft im Hintergrund darauf hinwirkten. Letztlich handelt es sich dabei um eine Darstellungsform der Gottesmordlegende. Diese wird häufig auf Kreuzwegen reproduziert. Die Kreuzwegstationen in der römisch-katholischen Kirche St. Kilian in Brenken (Büren) sind ein Beispiel hierfür.

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Judenfeindliche Darstellungen auf Kreuzwegstationen, röm.-kath. Kirche St. Cyriakus, Lichtenau (Kleinenberg)

Ein bärtiger Ältester in einem Gewand zeigt streng auf einen verzweifelten Mann, während ein anderer Mann in Grün überrascht aufblickt; dramatische Wolken und Lichtstrahlen füllen den Hintergrund. ( )

Beschreibung

Die kanonischen Evangelien identifizieren drei Gruppen, die in unterschiedlichem Maße an der Festnahme, Verurteilung, Auslieferung und Kreuzigung Jesu beteiligt waren: die Römer als militärische Besatzungsmacht, der Sanhedrin als höchste Religionsbehörde des damaligen Judentums und die Anhänger der Sadduzäer in Jerusalem. Die im Wesentlichen übereinstimmenden Textpassagen lassen keinen Zweifel daran, dass der römische Statthalter Pontius Pilatus und seine Soldaten für die Hinrichtung Jesu verantwortlich waren. Im Gegensatz dazu vermitteln die Kreuzwegstationen in der Kirche St. Cyriakus in Lichtenau den Mythos des Gottesmordes durch “die” Juden.

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Judenfeindliche Passionsdarstellungen, röm.-kath. Pfarrkirche St. Pankratius, Gescher

Ein stilisiertes, kantiges Kunstwerk zeigt eine Figur, die die Hand einer anderen Person an ein Holzkreuz nagelt. Die untere Figur trägt eine Dornenkrone und blutet aus Kopf und Hand. Unter dem Bild steht die römische Zahl XI. ( )

Beschreibung

„Gierig greifen Krallenfinger nach Jesu Mantel. Stierende Augen, eine Hakennase, ein falsches Lächeln auf den Lippen lassen das Gesicht des Mannes, der da so ungeniert auf den an der Dornenkrone leidenden und aus Kopfwunden blutenden Christus blickt, durch und durch unsympathisch erscheinen.“1 So beschrieb Helene Wentker 2016 die sich antisemitischer Stereotypen bedienenden Kreuzwegbilder in der röm.-kath. Pankratius-Pfarrkirche in Gescher. Sie wurden 1935 von Bernd Terhorst als Auftragsarbeit geschaffen. Diese Darstellungsformen entsprechen den nationalsozialistischen Rassenvorstellungen voll und ganz.

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Der brennende Judas – Antisemitisches Osterbrauchtum in Nordrhein-Westfalen

Ein großer Haufen aus Ästen und Gestrüpp steht auf einem Feld, an dessen Spitze ein Holzpfahl steht, an dem eine Vogelscheuchen-ähnliche Figur hängt. Die Szene spielt sich vor einer Kulisse aus Bäumen und Hügeln unter einem klaren Himmel ab. ( )

Kein Objekt im materiellen Sinn, aber dennoch eine Spur judenfeindlicher Einstellungen ist der in vielen Regionen weltweit gängige Brauch, zu Ostern eine Judaspuppe zu verbrennen. Dieser Brauch begegnet uns auch in Westfalen. In einer Broschüre für die SABRA (Antidiskriminierungsberatungstelle in Trägerschaft der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf) von 2021 konnten sieben bzw. fünfzehn Belegorte aus dem Landkreis Olpe bzw. dem Märkischen Kreis für das 21. Jahrhundert ausfindig gemacht werden. Vereinzelt findet sich der Brauch auch in anderen westfälischen Regionen. Dabei ist die Ausgestaltung immer dieselbe: Am Ostersonntag wird ein Scheiterhaufen aufgerichtet, auf dem eine Puppe oder ein Baumstamm angebracht und verbrannt werden. Diese Puppe oder dieser Stamm werden in der Regel, wenn auch nicht immer, mit Judas Iskariot identifiziert, dem biblischen Verräter Jesu. Der Brauch trägt den schlichten Titel „Osterfeuer“ oder im niederdeutschen Dialekt „Poskefuier“, in unterschiedlichen Schreibweisen. Allerdings wird längst nicht auf jedem Osterfeuer eine Judaspuppe verbrannt.

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