Judenfeindliche Passionsdarstellungen, röm.-kath. Pfarrkirche St. Pankratius, Gescher

Beschreibung

„Gierig greifen Krallenfinger nach Jesu Mantel. Stierende Augen, eine Hakennase, ein falsches Lächeln auf den Lippen lassen das Gesicht des Mannes, der da so ungeniert auf den an der Dornenkrone leidenden und aus Kopfwunden blutenden Christus blickt, durch und durch unsympathisch erscheinen.“1 So beschrieb Helene Wentker 2016 die sich antisemitischer Stereotypen bedienenden Kreuzwegbilder in der röm.-kath. Pankratius-Pfarrkirche in Gescher. Sie wurden 1935 von Bernd Terhorst als Auftragsarbeit geschaffen. Diese Darstellungsformen entsprechen den nationalsozialistischen Rassenvorstellungen voll und ganz.

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Judenfeindliche Kirchenfenster Ecclesia & Synagoge, röm.-kath. Kirche St. Lukas, Lichtenfels (Sachsenberg)

Beschreibung

Zwei Fenster im Eingangsbereich der St. Lukas Kirche in Sachsenberg, die im Jahr 1962 errichtet und 1963 eingeweiht wurde, enthalten eindeutig judenfeindliche Darstellungen. Sie sind als Ecclesia und Synagoge bekannt – zwei allegorische Figuren, die dazu dienen, die vermeintliche Überlegenheit des Christentums über das Judentum abzubilden. So sind diese Fenster eine visuelle Darstellung der Substitutionstheologie: Gott habe das Volk Israel seit der Kreuzigung Jesu Christi verworfen und verflucht, seine Erwählung Israels, seinen Bund mit diesem Volk und die ihm geschenkten Verheißungen aufgehoben und sie stattdessen auf die christliche Kirche als neues Volk Gottes übertragen. Dies lässt sich bereits bei Tertullian gegen Ende des zweiten Jahrhunderts nachweisen.

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Antisemitische Darstellungen auf Kreuzwegstationen, röm-kath. Pfarrei St. Georg, Paderborn (abgehängt)

Beschreibung

Über die Meldefunktion von spuren-sichtbar-machen.de wurden wir im Juni 2023 auf Kreuzwegbilder in der Kirche St. Georg in Paderborn aufmerksam gemacht. Eine Sichtung der Objekte zeigte, dass Figuren darauf unter anderem an im Nationalsozialismus verwendete Darstellungsformen von Jüdinnen:Juden erinnern. Diesen ersten Befund teilte spuren-sichtbar-machen.de im noch im selben Monat dem Generalvikariat des Erzbistums Paderborn (Glaube im Dialog) mit.

Ende August 2023, zum Abschluss der Recherche, nahmen wir vor Veröffentlichung des inzwischen vorbereiteten Beitrags auf spuren-sichtbar-machen.de erneut Kontakt mit dem Generalvikariat des Erzbistums Paderborn (Glaube im Dialog) auf. Dieses informierte den zuständigen Pastoralverbund Paderborn Nord-Ost-West. Pastor Thomas Bensmann tat darauf in seiner Funktion als stellvertretender Leiter des Pastoralverbunds das aus antisemitismuskritischer Sicht Richtige: Er hängte die Bilder bis zur Klärung des weiteren Umgangs damit ab und informierte die Gemeinde sowie die zuständigen Gremien darüber, dass hier entsprechender Klärungs- und Handlungsbedarf besteht. Deshalb ist dieser Beitrag unser erster Beitrag ohne Abbildung der Objekte. Bei der ersten Sichtung vor Ort hatten wir Aufnahmen erstellt. Es wäre jedoch absurd, die in St. Georg nun endlich beendete Darstellung von rassistischer Judenfeindlichkeit hier zu reproduzieren.

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Judenfeindliches Mosaik Ecclesia & Synagoga, röm.-kath. Heilig-Kreuz-Kirche, Dortmund

Beschreibung

Die römisch-katholische Heilig-Kreuz-Kirche in Dortmund wurde 1916 errichtet und ist Namensgeberin des sie umgebenden Kreuzviertels. Neben der Kirchengemeinde ist hier auch die Katholische Hochschulgemeinde Dortmund beheimatet. Vermutlich wissen aber nur wenige Bewohner:innen des beliebten Wohnviertels in der südlichen Innenstadt Dortmunds, dass die zentrale Kirche öffentlich sichtbar über dem Eingang ein judenfeindliches Mosaik präsentiert.

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Judenfeindliche Kirchenfenster Ecclesia & Synagoga, röm.-kath. Kirche St. Elisabeth, Warburg (Rimbeck)

Blick auf St. Elisabeth, Warburg (Rimbeck)

Beschreibung

Zwei Kirchenfenster in der zwischen 1904 und 1905 gebauten Rimbecker Pfarrkirche St. Elisabeth sind eindeutig als judenfeindliche Darstellungen christlicher Theologie zu identifizieren: Ecclesia und Synagoga, zwei allegorische Figuren, welche eine christliche Überlegenheit gegenüber dem Judentum kennzeichnen sollen. Eine Überlegenheitsphantasie, die sich schon bei Tertullian nachweisen lässt.

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