Antisemitische und anti-schwarz-rassistische Darstellungen auf Kreuzwegstationen, röm.-kath. Kirche St. Antonius Einsiedler, Wiemeringhausen

Beschreibung

Die Kreuzwegbilder in der römisch-katholischen Kirche St. Antonius Einsiedler in Wiemeringhausen zeigen auffällige Parallelen zu den bereits von spuren-sichtbar-machen.de dokumentierten Kreuzwegbildern von Franz Kaup in der Kirche St. Laurentius in Brilon (Rösenbeck). Es liegt die Vermutung nahe, dass die Bilder in Wiemeringhausen entweder direkt auf Kaups Werke zurückgreifen oder beide auf eine gemeinsame Vorlage verweisen. Unabhängig von der genauen Entstehungsgeschichte transportieren die Darstellungen jedoch antisemitische und rassistische Stereotype, die tief in den problematischen Bildtraditionen des 19. und 20. Jahrhunderts verwurzelt sind.

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Reproduktion der judenfeindlichen Gottesmordlegende auf Kreuzwegbildern, röm.-kath. Kirche St. Katharina, Olsberg (Assinghausen)

Beschreibung

Die kanonischen Evangelien benennen klar die Verantwortlichen für die Festnahme, Verurteilung und Kreuzigung Jesu: Pontius Pilatus, der römische Statthalter, verurteilte Jesus zum Tod am Kreuz, und römische Soldaten führten die Hinrichtung aus.1 Außerbiblische Quellen bestätigen, dass allein die Römer das Recht zur Verhängung der Todesstrafe besaßen. Für Jüdinnen und Juden galt die Kreuzigung zudem als Zeichen des Verfluchtseins durch Gott.2

Die Kreuzwegstationen in St. Katharina in Assinghausen reproduzieren dennoch die Gottesmordlegende, indem sie die Verantwortung und Durchführung der Kreuzigung Jesu auf Jüdinnen und Juden verlagern.

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Judenfeindliche Kreuzwegbilder, röm.-kath. Kirche St. Margaretha, Paderborn (Dahl)

Beschreibung

Die kanonischen Evangelien benennen klar die Verantwortlichen für die Festnahme, Verurteilung und Kreuzigung Jesu: Der römische Statthalter Pontius Pilatus verurteilte Jesus zum Tod am Kreuz, und römische Soldaten führten die Hinrichtung aus.1 Außerbiblische Quellen bestätigen, dass allein die Römer das Recht zur Verhängung der Todesstrafe besaßen. Für Jüdinnen und Juden galt die Kreuzigung zudem als Zeichen des Verfluchtseins durch Gott.2

Die Kreuzwegstationen in St. Margaretha in Paderborn-Dahl greifen dennoch auf judenfeindliche Narrative zurück, die eine Beteiligung von Jüdinnen und Juden an der Kreuzigung Jesu nahelegen.

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Reproduktion judenfeindlicher Mythen auf Kreuzwegstationen in Westbevern

Verwittertes Steinrelief mit der Darstellung dreier bärtiger Männer in Gewändern, von denen einer eine Dornenkrone trägt, die alle eng beieinander stehen und nach rechts blicken, was auf eine religiöse oder biblische Szene schließen lässt. ( )

Beschreibung

Das Todesurteil gegen Jesus von Nazareth wurde vom römischen Statthalter Pontius Pilatus gefällt und von römischen Soldaten ausgeführt. Dennoch zeigt die christliche Ikonografie seit Jahrhunderten immer wieder Darstellungen, in denen Jüdinnen und Juden als treibende Kraft hinter der Verurteilung und Hinrichtung Jesu erscheinen. Diese Bildsprache ist Ausdruck der sogenannten Gottesmordlegende, die Jüdinnen und Juden kollektiv die Schuld am Tod Jesu zuschreibt. Sie hat über Jahrhunderte zur Entstehung und Festigung antisemitischer Stereotype beigetragen und findet sich bis heute in sakraler Kunst. Der Kreuzweg in Westbevern stellt ein Beispiel für diese problematische Tradition dar.

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Reproduktion des judenfeindlichen Gottesmordmythos, röm.-kath. Kirche St. Johannes Baptist, Willebadessen (Fölsen)

Ein klassisches Gemälde, das Jesus mit einer Dornenkrone und gefesselten Händen darstellt, umgeben von römischen Soldaten und Schaulustigen in antiker Kleidung, die eine Szene aus der Passion Christi illustrieren. ( )

Beschreibung

In der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Fölsen, einem Ortsteil von Willebadessen, befinden sich Kreuzwegbilder, deren bildliche Darstellung eine problematische judenfeindliche Symbolik enthält. Die Saalkirche, deren Bau auf 1746 bis 1747 datiert ist, hat eine lange Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Urheber und Entstehungszeit der Kreuzwegbilder sind nicht bekannt, doch die judenfeindliche Botschaft dieser Bilder ist bis heute von Bedeutung.

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Reproduktion des judenfeindlichen Gottesmordmythos, röm.-kath. Kirche St. Antonius von Padua, Bad Wünnenberg

Ein Gemälde zeigt einen bärtigen Mann, der ein Holzkreuz trägt, hinter ihm eine verzweifelte Frau und einen weiteren bärtigen Mann in einem Kapuzengewand, der auf sie zeigt und eindringlich spricht. Die Szene ist dramatisch und emotional. ( )

Beschreibung

In der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Antonius von Padua in Bad Wünnenberg befinden sich Kreuzwegbilder, deren bildliche Gestaltung judenfeindliche Symbolik transportiert. Die Saalkirche, deren heutiger Bau zwischen 1678 und 1679 entstand, blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins 9. Jahrhundert reicht. Wann genau die Kreuzwegbilder entstanden und wer ihr Urheber war, ist nicht bekannt. Die judenfeindliche Bildsprache dieser Darstellungen ist jedoch bis heute von Bedeutung.

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Reproduktion des judenfeindlichen Gottesmordmythos, röm.-kath. Pfarrkirche St. Simon und Judas, Warburg (Wormeln)

Ein Gemälde, auf dem Jesus mit einer Dornenkrone an einem Holzkreuz liegt, während ein Mann einen Hammer erhebt, um seine Hand festzunageln, während andere verängstigt zuschauen. ( )

Beschreibung

In der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Simon und Judas im Warburger Ortsteil Wormeln finden sich Kreuzwegbilder, die durch ihre Bildsprache Elemente der antijüdischen Gottesmordlegende reproduzieren. Die genaue Entstehungszeit dieser Bilder ist unbekannt. Die Kirche selbst war ursprünglich Teil eines 1246 gegründeten Nonnenklosters.

Im Vergleich zu anderen bekannten Darstellungen ist der antisemitische Gehalt der Wormelner Kreuzwegbilder auf den ersten Blick weniger plakativ – doch gerade diese subtile Form macht ihre Wirkung nicht weniger problematisch. Die Reproduktion judenfeindlicher Narrative erfolgt hier durch gezielte visuelle Codierungen und narrative Konstellationen.

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Reproduktion des judenfeindlichen Gottesmordmythos, röm.-kath. Pfarrkirche St. Marien, Steinheim (Ottenhausen)

Ein Gemälde zeigt die Beweinung Jesu, mit Trauernden in bunten Gewändern, die sich um seinen leblosen Körper versammelt haben. Mehrere Figuren drücken ihre Trauer aus, einige mit erhobenen Armen, andere knien oder stützen Jesus. ( )

Beschreibung

Der Kreuzweg der römisch-katholischen Kirche St. Marien in Steinheim (Ottenhausen) ist ein Beispiel für die bildhafte Reproduktion antijüdischer Stereotype durch die Verlagerung der Schuld an der Kreuzigung Jesu von der römischen Besatzungsmacht auf „die Juden“.

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Besichtigung der judenfeindlichen Prozessionsdarstellungen in St. Kilian, Büren (Brenken)

Mehrere Personen stehen in einem Kirchenflur und betrachten und fotografieren religiöse Reliefs an den Wänden unter den Buntglasfenstern. Der Raum ist sanft beleuchtet und hebt die Kunstwerke und die Gruppe hervor. ( )

Am 27. Februar 2025 besuchten drei Abgeordnete des Landtags von Nordrhein-Westfalen die römisch-katholische Kirche St. Kilian in Büren (Brenken), um sich ein Bild von den dort vorhandenen judenfeindlichen Prozessionsdarstellungen zu machen. Ziel des Besuchs war es, auf die problematische Bildsprache der Kreuzwegstationen aufmerksam zu machen und die Notwendigkeit einer historischen Einordnung und Kontextualisierung zu diskutieren.

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Treffen der Kooperationspartner:innen von spuren-sichtbar-machen.de in Dortmund

Sechs Personen stehen in einem Innenraum vor einer hohen Holztafel mit blauen Akzenten und großen Fenstern und posieren für ein Gruppenfoto. Die Gruppe besteht aus fünf Männern und einer Frau, die alle leger gekleidet sind. ( )

Am 06.02.2025 trafen sich die Kooperationspartner:innen des Projektes spuren-sichtbar-machen.de zu einem gemeinsamen Austausch in den Räumen der Jüdischen Gemeinde Dortmund.

Das Projekt ist nun fast zwei Jahre online und hat zum Ziel, judenfeindliche Objekte und Darstellungen zu dokumentieren und zu kontextualisieren. Auf diese Weise werden visuelle Spuren der langen Geschichte des christlichen Antijudaismus sichtbar gemacht und aufgearbeitet. Bisher wurden 24 Spuren dokumentiert und mit einordnenden Texten versehen. Auf unserer interaktiven Karte können diese ausgewählt und betrachtet werden. Zusätzlich werden auf der Seite einführende Texte zu Motiven der christlichen Judenfeindschaft sowie Hinweise auf themenbezogene Termine und Veranstaltungen veröffentlicht. Das Projekt ist somit ein umfassendes und auch das einzige Portal zur Auseinandersetzung mit antisemitischen Skulpturen, Bildern, Inschriften und Kunstwerken in Nordrhein-Westfalen.

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